FAKTEN & MYTHEN RUND UMS AUGE

Rund um die Augen gibt es viele Legenden. Welche davon in das Reich der Mythen gehören, lesen Sie hier.

 

Kann man sich denn wirklich durch falsches Licht und/oder einen zu geringen Leseabstand die Augen verderben?

Prinzipiell NEIN! Zwar werden bei schlechtem Licht die Augen stärker beansprucht als bei Helligkeit und ermüden deshalb auch schneller, zu bleibenden Schäden oder einer allgemeinen Verschlechterung der Sehleistung kommt es in diesen Zeiträumen, zum Beispiel beim heimlichen Lesen unter der Decke, jedoch nicht. Wenn die Buchstaben verschwimmen oder undeutlich werden, hören die meisten Kinder von selbst auf zu lesen und schlafen einfach ein. Menschen, die viele Stunden an Monitoren arbeiten, sollten ihren Blick regelmäßig in die Weite schweifen lassen und bewusst ein paar Mal zwinkern, um die Augen zu entlasten.

 

Wie kann sich das stundenlange Lesen von sehr kleiner Schrift auf Smartphones und Tablets auf die Entwicklung der Sehkraft auswirken?

Auch hier ist es so wie bei dem Lesen bei schlechtem Licht. Prinzipiell wird das Lesen von kleiner Schrift sich nicht auf die Augen auswirken, aber Sehfehler werden dadurch schneller offenbar. Die kleinen Buchstaben schädigen die Augen nicht, aber bei solchen hohen Sehanforderungen können Betroffene relativ schnell Einschränkungen feststellen. Das kann sich dann um Sehfehler, einer Trübung der Medien als Beginn des grauen Stars oder eine eingeschränkte Akkomondationsfähigkeit handeln.

 

Werden die Augen durch das Tragen einer Brille tatsächlich schlechter?

NEIN, es ist eher das Gegenteil. Durch das Tragen der richtigen Brille wird eine weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit vermieden oder zumindest verlangsamt. Es ist vielmehr so, dass die Aufmerksamkeit, Erwartungshaltung und Bewertung zum Sehen mit einer neuen Brille bei vielen Menschen steigt.

 

Stress beeinflusst die Sehkraft. Soll man deshalb seine Brillenstärke lieber unter Stress oder im entspannten Zustand vermessen lassen?

Schuhe sollte man prinzipiell am Nachmittag oder Abend kaufen, nachdem man schon eine ganze Strecke gelaufen ist, damit diese richtig passen. Das Vermessen der Augen sollte eigentlich auch an mehreren Terminen vorgenommen werden. Da aber weder Augenärzte noch Patienten über die dafür nötige Zeit verfügen, sollte man weder kurz nach einem entspannten Urlaub noch nach einem sehr stressigen Arbeitstag zum Optiker gehen, also den guten Mittelweg wählen.

 

Soll man seine Brillenstärke nur vom Augenarzt messen lassen oder kann das auch ein guter Optiker erledigen?

Optiker können jederzeit auch eine Refraktion und Messung der Augen vornehmen. Gehen Sie zum Augenarzt oder Optiker und machen Sie einen Termin aus.

 

Können Augen schief stehenbleiben, wenn man schielt?

Auch diese Geschichte, derer sich Eltern und Großeltern auch heute noch gern bedienen, gehört ins Reich der Mythen. Es gibt keine einzigen dokumentierten Fall, in dem durch willentliches Schielen die Augen schielend stehengeblieben sind. Also einfach fröhlich weiterschielen, allerdings nur, wenn man nicht von sich aus schielt.

 

Kann man mit gezieltem Augentraining Fehlsichtigkeiten wie die Altersweitsichtigkeit aufhalten?

Ganz klar NEIN, und zwar genau so wenig wie man seine Schuhgröße trainieren kann! Das kurzsichtige Auge ist ein wenig länger als das normale und das weitsichtige Auge etwas kürzer. Diese angeborenen Gegebenheiten können auch durch Training nicht verändert werden. Aber, man kann schlechtes Sehen trainieren, das bedeutet, dass man immer wieder überrascht ist, wie viele Menschen sich mit ihrem eingeschränktes Sehen arrangiert haben und erst zum Augenarzt kommen, wenn es fast gar nicht mehr geht.

 

Kann man mit Möhren oder Möhrensaft etwas für die Sehleistung erreichen?

Mit sogenannten Carotinoiden, also natürlichen Farbstoffen in Lebensmitteln, kann degenerativen Veränderungen der Netzhaut wie eine sogenannte Makuladegeneration vorgebeugt werden. Doch Carotinoide können noch viel mehr. Sie sollen Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen. Bisher konnten 800 verschiedene Carotinoide identifiziert werden. Die gesundheitsfördernden Stoffe sind vor allem in Karotten, Spinat, Mais, Aprikosen, Tomaten und Eidotter vorhanden.

 

Stimmt es, dass man bei Computerarbeit keine Kontaktlinsen tragen sollte?

Meistens arbeitet man am Computer über einen längeren Zeitraum sehr konzentriert, manchmal sogar angespannt. Der Lidschlag wird dabei reduziert. Eine Arbeit in dieser Art und Weise kann auch als Stress bezeichnet werden. In diesen Situationen reagiert der Körper. Zwischen Auge und Kontaktlinse liegt aber der Tränenfilm, auf dem die Linse schwimmt. Computerarbeit oder Stress können also dazu führen, dass das Auge trockener wird. Übrigens hilft sich der Körper bei trockenen Augen oftmals selbst. Durch Gähnen wird nämlich die Tränenproduktion angekurbelt.

 

(Quelle N-TV, Interview mit Dr. Eckert / vom 31.01.2013)